Ein Traum führt mich in mein neues wunderbares Zuhause

Ein Traum führt mich in mein neues wunderbares Zuhause

Mit Eva, meiner langjährigen Therapeutin und Wahlmutter hatte ich besprochen, dass es hilfreich ist, sich das zukünftige Zuhause so konkret wie möglich vorzustellen. Ich war nämlich auf Wohnungssuche. Die Wohngemeinschaft mit Hilde in Osterholz-Scharmbeck ging zu Ende. Ich hatte meinen spirituellen Lebensberater um hellsichtigen Rat gebeten, wohin ich denn ziehen sollte, zurück nach Bielefeld, wo ich studiert und lange gelebt hatte, oder nach Hamburg, der Stadt, die mich immer sehr angezogen hat. Er hatte damals in seiner nüchternen, wertfreien Art geantwortet: „…beruflich wäre es in Bielefeld günstiger, und wenn die Liebe für Sie wichtiger ist, dann ist Hamburg günstiger….“

Natürlich habe ich mich daraufhin für Hamburg entschieden.

Vor meinem inneren Auge tauchte immer eine Backsteinhauswand auf. Doch die Wohnungsangebote waren immer sehr unerquicklich. Was als ruhig beschrieben wurde, lag unmittelbar an einer Bundesstraße. Und die meisten Vermieter wollten keinen Hund. Und ich suchte ja ein Zuhause für meinen wunderbaren Golden Retriever Djoscha und mich.

Der Traum

Eines Morgens wachte ich mit einer ganz klaren Ansage auf – kein Traum, keine Vision, sondern klare Worte: Uhlenbusch, Eule, …krug… – und die Backsteinhauswand.

Ich habe die Bruchstücke, die auch im völligen Wachzustand sehr klar blieben, sofort aufgeschrieben. Später am Tag habe ich dann eine Straße oder einen Weg mit U(h)lenbusch… am Anfang im Großraum Hamburg gesucht. Eine einzige passende Straße habe ich gefunden, einen Uhlenbusch in Drage in der Elbmarsch, schon Niedersachsen, zwischen Winsen (Luhe) und Geesthacht, also ganz weit draußen. Das sprach mich erst mal nicht an. Zu dieser Ecke um Hamburg hatte ich nun überhaupt keinen Bezug. Ich war irritiert – aber gut.

Jedenfalls entschloss ich mich, nun selbst eine Anzeige im Hamburger Abendblatt aufzugeben, um nicht mehr mit den unsäglichen Beschönigungen der Vermieter zu tun zu haben. Und ich schrieb auch alles rein, was mir wichtig war, in etwa so, so weit ich mich erinnern kann: Selbstständige promovierte Frau (Alter) mit Hund sucht ebenerdiges, ruhiges Zuhause. Und meine Telefonnummer.

Mein Zuhause zieht mich an

Schon bald meldete sich ein Herr mit sonorer Stimme als Anbieter eine Wohnung. Er hätte etwas Besonderes für mich. Da klappte ich erst einmal skeptisch die Ohren weg, nach dem Motto: schon wieder so ein Schönredner. Aber ich hörte erst einmal weiter zu: Drei Räume mit Kaminofen. Völlig ruhig. Eigener Eingang. Quasi ein eigenes Häuschen. Ein Hund wäre völlig in Ordnung. Dann nannte er den Preis. Und ich antwortete sofort: „Oh, das ist zu viel für mich.“ Doch der Herr am anderen Ende der Leitung blieb hartnäckig. „Schauen Sie es sich doch erst einmal an.“ Ich gab dann quasi nach und machte mit ihm einen Besichtigungstermin für den darauffolgenden Tag aus, obwohl mein Verstand sagte, dass dieses Objekt viel zu teuer für mich war.

Als ich dann am nächsten Tag zu der Adresse in Hamburg Volksdorf fuhr, folgte eine Überraschung nach der anderen. Ich fuhr eine Eulenkrugstraße entlang, um kurz Zeit später zu der Adresse zu gelangen. Die Zielstraße endete in einer Sackgasse vor einer hölzernen Schranke an einem Waldrand. Die Hausnummer prankte an einem gusseisernen Tor, das eine lange, Rhododendron gesäumte Auffahrt versperrte. Die Auffahrt hinunter fiel mein Blick auf einen Ausschnitt eines roten Backsteinhauses.

Die Erfüllung

Ich parkte meinen Wagen auf der anderen Seite der Sackgasse, auf einem Parkplatz der dort liegenden Schrebergärten. Ich war – wie immer – etwas zu früh und ging hinter den Schlagbaum, um einen Blick in den Wald und die von dort vielleicht einzublickende Seite des Grundstücks mit dem Backsteinhaus zu werfen. Als ich um die Ecke in den Weg einbog, traute ich meinen Augen nicht. Dort stand ein Straßenschild, das den hinter dem Grundstück abbiegenden Waldweg benannte: Im Ulenbusch. Ich war sprachlos.

Ich ging den Waldweg „Im Ulenbusch“ ein Stück entlang und konnte an einem Nebeneingang des offensichtlich sehr großen Grundstücks einen Blick auf das Haus werfen, das sich hinter der Rhododendroneinfahrt verbarg: es eröffnete sich mir ein großer Gebäudekomplex mit Haupthaus und mehreren angrenzenden Nebengebäuden. Und alles Gebäude waren aus rotem Backstein errichtet.

Völlig verblüfft und aufgeregt ging ich nun zurück zu dem riesigen gusseisernen Eingangstor und klingelte bei dem angegebenen Vermieternamen – meinen wunderbaren Hund Djoscha an meiner Seite. Nach kurzer Identifikation über die Gegensprechanlage am Tor öffnete sich das hohe Gitter und wir gingen die lange Rhododendron gesäumte Auffahrt hinunter, die sich in einen kleinen Platz vor einem großen Herrenhaus mit angrenzenden Gebäuden eröffnete.

Der linke Hauseingang mit der grünen Holztür mit dem runden Fenster, den ich bereits vom Eingangstor aus gesehen hatte, führte in mein wunderbares Zuhause für die nächsten Jahre. Ich glaube, der Eigentümer ist sogar noch 50,- Euro mit dem Mietpreis runtergegangen. Und Djoscha, ganz der weise Buddha, der er war, sogleich sanften Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen. Später habe ich von seiner Schwester erfahren, dass ihre Hündin, ebenfalls ein Golden Retriever, niemals hatte das Haus betreten dürfen. Sie war sehr verblüfft.

Angekommen in meinem Zuhause

Ich habe dann die sogenannte Gärtnerwohnung gemietet, drei schöne, ebenerdige hintereinander liegende Räume mit eigenem Kaminofen, einem eigenen Terrassenbereich direkt vor dem Haus, einem Stück Wiese an einem kleinen Teich.

Dieser wunderbare Ort war ganz offensichtlich zu diesem Zeitpunkt für mich „vorgesehen“. Ich durfte auf dem einige Hektar großen Privatgelände des Anwesens eine Feuerstelle einrichten. Dort habe ich – völlig geschützt – unzählige Nächte mit Djoscha am Lagerfeuer zugebracht. Dort sind dann später auch meine „Tierboten“ entstanden, mein erstes eigenes Buch. Wie es dazu kam ist noch mal eine ganz eigene Geschichte.

Cover von meinem Buch "Tierboten"
Cover von meinem Buch „Tierboten“

So habe ich in Zeiten recht unregelmäßigen Einkommens als selbstständige Autorin und auch einer der finanziell ärmsten Zeiten meines Lebens recht hochherrschaftlich gewohnt. Es war wunderbar und kam mir noch lange wie ein Traum vor.

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