
Hundeforum – Wasservergiftung, die verkannte Gefahr
Die Familie wollte mit ihrem Hund bei dem heißen Sommerwetter nur einen schönen Tag am See verbringen. Die Kinder warfen den nachmittag über Stöckchen und Bälle ins erfrischende Wasser, die ihr Hund freudig apportierte. Mehr als 25 Mal sprang der Hund zum Apportieren ins Wasser. Plötzlich taumelte er lethargisch ans Ufer. Da der Hund kaum noch ansprechbar war, fuhr die Familie sofort zum Tierarzt. Trotz der fachlichen Versorgung verstarb der Hund noch beim Tierarzt.
Verkannte Gefahr: Wasservergiftung
Kaum ein Hundehalter kennt die Gefahr. Auch mir war sie bislang nicht bekannt, die sog. Wasservergiftung oder Hyperhydration. Der gesundheitliche Schaden entsteht dadurch, dass der Hund beim Schwimmen und speziell Apportieren in einem Fluss oder See, aber auch im Meer zu viel Wasser aufnimmt. Dadurch gerät sein Elektrolythaushalt durcheinander. Daraufhin bekommt der Hund noch mehr Durst und nun führt er seinem Körper noch mehr Wasser zu. Das Wasser wird im Körper eingelagert. Gleichzeitig setzt er kaum noch Urin ab, weil der Körper signalisiert, keine weiteren Salze zu verlieren.
Die Folge ist, dass sein Körper durch die überhöhte Flüssigkeitsaufnahme zu viel Natrium und auch andere Salze (Elektrolyte) verliert, was schließlich seine Nieren überfordert. Es kommt zu Wassereinlagerungen (Ödemen), auch in den Lungen oder im Gehirn, zu Herzrhythmusstörungen, zu Krämpfen, schließlich zu Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall tritt der Tod des Hundes durch Nieren- und Organversagen ein.
Übrigens sind schlanke und gut durchtrainierte Hunde sowie Welpen und kleine Rassen besonders gefährdet.
Symptome
Beginn:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit
- Erbrechen
- geblähter Bauch
- Abgeschlagenheit und/oder Unruhe
Fortgeschrittenes Stadium:
- geweitete Pupillen
- Kreislaufschwäche (blasse Lefzen und Augenlider)
- Gleichgewichtsstörungen
- verstärkter Speichelfluss
- Inkontinenz
- Koma
Behandlung einer Wasservergiftung
Wenn wir mitbekommen, dass unser Hund nur etwas zu viel Wasser aufgenommen hat, können wir seinen Salzverlust mit etwas Salzgebäck ausgleichen. Bei wenig aufgenommenem Wasser sollte dies ausreichen, um seinen Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Sobald man sich aber unsicher ist und vor allem dann, wenn der Hund erste Symptome einer Wasservergiftung zeigt, sollte man schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Denn wenn tatsächlich eine Wasservergiftung vorliegt geht es schnell um Stunden. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt – sollte hier die Devise sein.
Vorbeugen durch Umsicht
Natürlich sollte man nun nicht das Toben und Abkühlen des Hundes im Wasser unterbinden. Wichtig ist, dass ausreichend Pausen eingelegt werden, damit der Hund zwischendurch Urin absetzen kann. Das Apportieren von Stöckchen und Ball sollte nur wenige Male hintereinander im Wasser stattfinden, damit der Hund nicht zu viel Wasser verschluckt. Bei „Apportier-Junkies“ sollten wir das Zurückholspiel lieber überwiegend an Land verlegen.